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So weit die Füße tragen - Vom Abenteuer und Extremlaufen!

Ein Journalist schrieb einmal über mich " Der 1000-Kilometer-Mann - Distanzen die andere im Wettkamp zurücklegen läuft Hieronimus als Training." Ich gestehe.... Laufdistanzen unter 1000km interessieren mich nicht.

Auch die allseits beliebten Ultral-Lauf-Events interessieren mich nicht. Ich bin ein begeisteter Einzelläufer, quasi der Einzelgänger unter den Extremläufern. Ich liebe es alleine unterwegs zu sein und dabei mein eigenes Ding zu machen...über Tage, über Wochen oder Monate. Marathons oder kürzere Ultraläufe dienen mir höchsten zur Abwechslung in der Trainingsphase. Ich bewundere Triathleten und Ultraläufer die für einen Tag lang alles geben, absolut am Limit unterwegs sind. Ich könnte das nicht und für mich ist das auch nichts. Ich habe meinen Weg gefunden...es ist der längere Weg, der mich über Tage hinweg zu meinem Ziel führt. Ich liebe es wenn mir am Morgen die Eiskristalle der Zeltwand ins Gesicht rieseln,  und ich nach einem dürftigen Frühstück den einzigen warmen Platz, meinen Schlafsack, verlassen muss um in die nassen Klamotten vom Vortag zu kriechen. Ich liebe es wenn dir der Verstand sagt "Bleib doch einfach noch eine Weile liegen", ich aber stur meinen mir selbst gesetzten Regeln ohne Wenn und Aber folge, auch wenn die Rahmenbedingungen noch so unwirtlich sind. Ich liebe es, wenn jeder Muskel meines Körpers aufschreit und nach Regeneration verlangt, einfach loszulaufen.

Laufen ist eine tolle Sache. Ich bin schon immer gerne gelaufen. Schon als Jugendlicher. Laufen war die einzige Sportart, die mich in der Schule wirklich interessiert hat. Aber ich denke es ist allgemein das Unterwegssein, das Durchqueren eines bestimmten Gebietes, einer Wüste, eines Landes, einer Eisfläche, oder das Folgen eines Flußlaufs, das Umrunden eines markanten Punktes o.ä. was mich fasziniert. Die Art der Fortbewegung ist dabei zweitrangig. Im Gegenteil, ich liebe diesbezüglich den Kontrast.

"Laufen ist für mich nicht Leidenschaft, nicht Selbstzweck, nein es ist nur eine Form des abenteuerlichen Unterwegsseins"

Andere Fortbewegungsarten haben für mich einen ebenso großen Reiz, unterwegs mit dem Faltboot, mit Ski und Pulka, mit Schneeschuhen, mit dem selbstgebauten Floss oder einfach nur zu Fuß und dabei völlig auf sich alleine gestellt. Es ist das Abenteuer des Unterwegsseins in den unterschiedlichsten wilden und unwirtlichen Landschaften unserer wunderschönen Erde was mich fasziniert. Dabei haben es mir insbesondere Wüsten angetan.

 

Die Freiheit aufzubrechen wohin ich will

Ich laufe nicht für die Medien, ich laufe nicht für andere, ich laufe nicht für Sponsoren, nein...ich bin nur unterwegs weil es mir gut tut, mich glücklich und zufrieden macht!! Ich bin, zumindest was das Unterwegssein anbetrifft, ein gnadenloser Egoist! Und das ist gut so! Ich habe viel durch meine abenteuerlichen Unternehmungen gelernt...über mich, über andere und über das Leben. Wertvollere Erkenntnisse als ich je durch ein Studium, Seminar oder sonstige Ausbildung gewionnen habe. Ich habe mit meiner psychischen/mentalen Leistungsfähigkeit experimentiert und vieles ausprobiert. Ich bin dabei an meine Grenzen gestoßen, aber häufig darüber hinaus gegangen. Mal habe ich gelacht, mal geweint, mal war ich euphorisch, mal depremiert. Häufig war ich Sieger, manchmal bin ich gescheitert, gewonnen aber habe ich dabei immer. Vermeintliche Niederlagen wurden zum wertvollen Lehrmeister, und brenzlige Situation, in denen ich um mein Leben gekämpft habe, zeigten mir, zu welch unglaublichen Leistungen ein Mensch fähig ist, wenn er nur unbedingt möchte.

 

Warum ich das tue?

Keine Frage wird mir so häufig gestellt wie diese. Meine Antwort darauf fällt für gewöhnlich mit "Weil es mir gut tut" recht knapp aus. Auch wenn ich mein Gegenüber mit dieser Antwort meist nicht so recht zufriedenstelle, bohren die wenigsten weiter nach. Für mich ist die Frage nach dem "Warum" nicht wichtig.

Vielleicht ist die Sehnsucht nach einsamen, weiten und unwirtlichen Regionen unserer Erde vorprogrammiert wenn man in einem der wildesten Landstrichen Deutschlands, der Eifel, aufwächst. Auf jeden Fall faszinierten mich bereits in meiner Jugend die Helden und Entdecker von damals, die großen Abenteuer im Eis oder in der Südsee, die Wüstengänger und Trapper in der Wildnis des Nordens. Ich verschlang regelrecht ihre spannenden Abenteuerberichte und verbrachte selbst jede freie Minute in den heimischen Wäldern. Eine besondere Faszination übte auf mich die deutsche Verfilmung des Romans "So weit die Füße tragen". Dieser Film weckte meine Leidenschaft für Eis, Schnee und Kälte.

In der Folge wurden meine kindlichen Exkursionen und späteren Reisen immer ausgedehnter und führten mich zunehmend in die entlegensten Winkel unserer Erde. Dabei war und ist es gerade die landschaftliche und kulturelle Vielfalt die mich besonders reizt. Mal ist es die Erstbegehung eines Gletschers zum grönländischen Inlandeis, dann wieder die Robinsonade auf einem einsamen Südseeatoll. Aber besonders gleichförmige, extreme Landstriche unterschiedlichster Couleur….namentlich Wüsten…. übten schon immer eine besondere Anziehungskraft auf mich aus. Im 10deserts-Projekt sind nun alle Wüstensehnsüchte in einem Projekt vereint. Und gerade die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der einzelnen Projekte ist die eigentliche Faszination des Gesamtprojekts.